Erhalt und Sanierung eines Gewerbebaus auf der Insel Lindau

  • Architektur und Planung: Javier Muñoz González
    Bauherr und Ausführung: Johannes Poll

  • Ein kleiner, bestehender zweigeschossiger Gewerbebau wird umfassend saniert und räumlich neu organisiert.

    Unter den Vorgaben des Denkmalschutzes bleiben die historischen Fassaden erhalten, während das Innere vollständig neu aufgebaut wird. Aufgrund der engen Einbindung in das historische Altstadtgefüge rückt die gezielte Suche nach Tageslicht ins Zentrum des Entwurfs.

    Die bestehende Geschossstruktur wird zurückgebaut und durch eine statisch optimierte Zwischendecke aus Brettstapelelementen ersetzt. Ergänzt durch eine untergeordnete Stahlunterkonstruktion ermöglicht sie eine schlanke Konstruktion, eine verbesserte Lastabtragung und schafft die Voraussetzung für eine vergrößerte lichte Raumhöhe im Erdgeschoss.

    Oberhalb der Treppe entsteht eine neue Empore als ruhige Rückzugszone. Über Dachfenster belichtet, wird sie Teil einer vertikalen Raumfolge, die den Innenraum gliedert, räumlich differenziert und Licht tief in das Gebäudeinnere führt.

    Die Innenräume sind mit Holzfaser‑ und Lehmbauplatten sowie Lehmputz ausgekleidet und verbinden konstruktive Logik mit einem ausgeglichenen Raumklima. Materialität, Aufbau und Fügung bleiben bewusst ablesbar und prägen den Charakter des Umbaus.

    Die Dachfläche wird neu organisiert, um unter diesen Bedingungen ausreichend Tageslicht zu gewinnen. Dachfenster und Gauben führen Licht gezielt in das Gebäudeinnere und machen die räumliche Schichtung des Hauses erfahrbar.

    Ein wesentlicher Teil der Bauarbeiten wurde vom Bauherrn in Eigenleistung umgesetzt. Die enge Zusammenarbeit und das außergewöhnliche handwerkliche Engagement prägten den Prozess maßgeblich und ermöglichten eine präzise und sorgfältige Umsetzung bis ins Detail.

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